Nach dem herzlichen Abschied von Nadine und Andre geht es für uns weiter in Richtung Bretagne.
Wir kommen wir nach Mirecourt, dem bekannten Geigenbauerort. Das Geigenbauermuseum war zunächst nicht zu finden, dafür aber eine wunderbare Konditorei -
das war Manfred natürlich viel lieber. So gab es
zunächst mal ein Eis und ein paar leckere Törtchen.
Zwischen sanften Hügeln und den Windungen der Madon liegt Mirecourt – ein kleiner Ort in den Vogesen, dessen Name seit Jdem XVII Jhd mit einem
besonderen Klang in den Ohren der Welt mitschwingt. Wer heute durch die engen Gassen spaziert, ahnt kaum, dass hier einst das Venedig des Geigenbaus lag. Über hundert Werkstätten zählte man
im XJX Jhd, und nahezu jede Familie
hatte irgendeine Verbindung zum Geigenbau oder , berühmte Namen wie Lupot, Vuillaume, Collin-Mézin – Familien, deren Handwerkskunst den Ruf Mirecourts bis in die Konzertsäle Europas trug. Mit der Industrialisierung und dem Ersten Weltkrieg kam der Einbruch. viele Werkstätten schlossen. Junge Menschen gingen lieber in die Industrie als an die Werkbank. Nicht zuletzt Etienne Vatelot, einem der bedeutendsten Geigenbauer und Restauratoren Frankreichs , ist es zu verdanken , dass dieses Kulturerbe fortgeführt wurde. Er erkannte , dass ohne eine neue Generation von gut ausgebildeten Geigenbauern dieses Kulturerbe verloren gehen würde und setzte sich mit großem persönlichen Einsatz für die Neugründung einer nationalen Geigenbauschule in Mirecourt ein.
So kam es dann 1970 zur Gründung der "École Nationale de Lutherie de Mirecourt ", und damit zur Wende und Wiederaufleben der Tradition des Geigenbaus. Die Schule entwickelte sich rasch zu einem internationalen Zentrum des Geigenbaus. Junge Menschen aus Frankreich, Europa und später der ganzen Welt kamen nach Mirecourt, um dort die Kunst des Instrumentenbaus zu lernen. Étienne Vatelot blieb Zeit seines Lebens der französischen Musik und ihren Instrumenten verbunden. Er war Berater großer Musiker – etwa von Isaac Stern, Yehudi Menuhin und Mstislaw Rostropowitsch. In seinem
Atelier lernten wir den überaus freundlichen Geigenbauer, Roland Terrier, aus Bourg en Bresse kennen.
Bereits im Alter von 15 Jahren wurde er an der École Nationale de Lutherie de Mirecourt aufgenommen und blieb
nach Abschluss seiner Ausbildung zwei Jahre als Assistenzlehrer bei seinem Ausbilder René Morizot tätig, bevor er von sich intensiv mit Reparatur und Restaurierung beschäftigte und bildet heute in seinem Ateleier Lehrlinge aus. Hier wurden bei mir wieder Erinnerungen an die Zeit wach, als ich als Kind das Geigenspiel erlernen sollte -
oder wollte ( ? ) , nur wollten die kleinen Fingerchen nicht so recht auf die Saiten hämmern und mein Lehrer war meist ziemlich unzufrieden mit mir, aber er war auch nicht mein bester Freund. Ich erinnere mich gut daran, wie die Saiten unter dem Bogen gekrächst haben. Im Schulorchester durfte ich dann allerdings die 3. Geige spielen, und mein Vater behauptete, damals, er habe mich gut heraushören können......
Wir fahren weiter nach Colombey-Les- Deux - Eglises, hier befindet die letzte Ruhestätte von General Charles De Gaulle
Gerade findet hier eine Kranzniederlegung statt. Xavier Bertrand, Generalsekretär von Staatspräsident Sarkozy und andere Persönlichkeiten haben sich eingefunden, um den Ereignissen des 18. Juni 1940, einem der wichtigsten Daten der französischen Geschichte. zu gedenken
Bei einer gerade stattfindenden
Live-Fernsehsendung
erfahren wir viel
über diesen bedeutenden
Tag und über
General De Gaulle :
"Dieser Krieg ist nicht auf
das unglückliche
Territorium unseres
Landes beschränkt an dem General de Gaulle nach der Kapitulation Frankreichs vor dem nationalsozialistischen Deutschland von London aus über die Wellen der BBC dazu aufrief,
den Kampf fortzusetzen und das provisorische Nationalkomitee ( Exilregierung ) bildete.
"Dieser Krieg ist nicht auf das unglückliche Territorium unseres Landes beschränkt.."
".Dieser Krieg besteht nicht nur aus der Schlacht um Frankreich.
Dieser Krieg ist ein Weltkrieg.".....
...Ich, General de Gaulle, im Augenblick in London, rufe die französischen Offiziere und
Soldaten auf, die sich in England aufhalten oder nach England kommen, mit oder ohne ihre Waffen, ich rufe die Ingenieure und die Facharbeiter der Waffenindustrie auf, die sich auf
britischem Territorium aufhalten oder dorthin kommen, sich mit mir in Verbindung zu setzen.
Was auch immer geschieht, die Flamme der französischen Resistance darf nicht verlöschen
und wird nicht verlöschen." sagte der General und wies dabei jeden Gedanken an eine
Niederlage Frankreichs zurück.
Es waren mehrere hundert Menschen zu diesem denkwürdigen Tag nach
Colombey gekommen, und obwohl der kleine Ort heute vor lauter Menschen aus den Nähten zu platzen
schien, und obwohl so viele Prominente vor Ort waren, waren die Einwohner
sehr relaxt und hilfsbereit,
auch die Polizei. Man ist hier
an hohen Besuch offensichtlich gewöhnt
Wir fahren ein Stückchen gen Süden nach Clairvaux.
hier befindet sich eine der größten Zisterzienser Abteien
Frankreichs, sie beherbergt heute ein riesiges Gefängnis.
In der Folge geht's durch ein paar nette Dörfchen.
In Laferte sur Aube fällt uns auf,
daß die Ortstafeln von einer Holzmeßlehre gehalten werden,
ein Hinweis darauf, daß hier über viele Jahre Holzmetermaße
hergestellt wurden.
In Essoyes an der Ource befindet sich das Grab von Auguste Renoir.
Er war einer der
bedeutendsten französischen impressionistischen Maler.
Seine Frau
Aline Charigot ,
ebenso wie
sein Lieblingsmodel
und beste Freundin
seiner Frau,
Gabriele Renard,
genannt " La Belle Gabriele "
wurden in dem
kleinen Ort
Essoyes geboren.
" La belle Gabrielle " war die Erzieherin seiner Kinder.
" Ga ", wie Claude,
ein Sohn des Malers sie liebevoll
nannte,
war die Seele der Familie.
Sie besorgte die Einkäufe,
sie kochte und
war auch schon
mal die Krankenschwester .
Mit 13 Jahren machte er
eine Lehre als Porzellanmaler
und mit 15 war
er bereits so gut,
dass eine Manufaktur
ihm anspruchsvolle
Arbeiten anvertraut hatte.
Er liebte es ,
Szenen aus dem
gesellschaftlichen Leben
darzustellen
und er konnte
von seinen Arbeiten gut
leben und
auch noch
seine Eltern unterstützen.
Renoirs Bilder sind heute
weltberühmt und
hängen in den
bedeutendsten Museen
der Welt.
Als er 1918 im Alter von 78 Jahren stirbt, hinterläßt er seiner Nachkommenschaft einen reichen Schatz an wertvollen Gemälden.
Als nächstes kommen wir nach " Chauffour les Bailly ",
Hier gibt es eine interessante Fachwerkkirche.
" Saint Marcel et Notre Dame de l'Assomption " ,
ist erstaunlich gut erhalten
auch
im Inneren und recht schön anzusehen.
Im Jahre 1990
wurde die
gesamte Fassade
der Kirche restauriert.
Ebenfalls interessant ist In Montreuil - sur - Barse
die Brücke mit der geographischen Skulptur.
In Geraudot am Lac d'orient legen wir eine kleine Ruhepause am Wohnmobilstellplatz ein. Der Platz wird sehr gerne angenommen,
ist ja auch sehr schön.
Danach geht's weiter nach Troyes,
einer Stadt mit großer historischer Vergangenheit.